Palette gut, alles gut
Über die Kunst, in Photoshop die richtige Palette zu
erzeugen.
Christian Augustin, Stand 98-09-14
Alles Handarbeit
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| Anleitung: Die
Web-Palette reduzieren | Anleitung: Die flexible Palette
optimieren | Quellen
Wer sich die Arbeit leicht machen will
und ein RGB-Bild mit dem Photoshop-Exportfilter GIF89a
nach GIF konvertiert, der bekommt fast nie das, was er eigentlich
wollte: Er bekommt keine Web-Palette angeboten, sondern System,
und die Einstellung Flexibel
läßt in der Palette Phantasiefarben entstehen.
Für die gezielte Web-Optimierung sind beide Einstellungen
unbrauchbar. System enthält 40 Farben, die nicht zur
Web-Palette gehören, und die Palette ist immer 256 Farben groß.
Und die falschen Farben bei Flexibel machen es
unmöglich, in einem Bild homogene Flächen mit Farben aus der
Web-Palette zu erhalten.
Es gibt Programme, die eine optimale Umsetzung nach GIF
versprechen, beispielsweise Adobe ImageReady oder Ulead GIF
SmartSaver. Ist die teure Anschaffung eines Zusatzprogramms oder
Plug-Ins unvermeidlich? Nein! Mit Photoshop 4 und 5 geht es
auch -- wenn das Programm richtig eingesetzt wird.
Soll ein RGB-Bild umgesetzt werden, so bietet Photoshop unter Bild
> Modus den Eintrag Indizierte Farben... an. Im
dazugehörigen Dialog gibt es alles, was das Herz begehrt: Exakt,
wenn das Bild weniger als 256 Farben enthält; oder World
Wide Web, wenn die Web-Palette gewünscht ist; und Flexibel,
wenn fotografische Motive umzusetzen sind.
Und wie wird aus einem Bild mit indizierten Farben ein GIF?
Einfach mit Speichern unter als CompuServe GIF
speichern! Soll noch eine transparente Farbe gewählt werden,
kann auch der GIF89a-Exportfilter benutzt werden -- der sieht
jetzt nämlich anders aus ...
Wir haben also World Wide Web gewählt und das Bild
von RGB-Farbe nach indizierte Farben
konvertiert: Die Palette enthält jetzt 256 Farben und wird
komplett in der GIF-Datei gespeichert. Und wenn nicht alle Farben
der Palette genutzt werden, wie werden wir die überflüssigen
Paletteneinträge los? Dafür gibt es einen Trick: Das Bild
wieder nach RGB-Farbe zurückwandeln!
Das RGB-Bild enthält jetzt die Farben der Web-Palette, die
tatsächlich gebraucht werden. Bei erneuter Konvertierung nach indizierte
Farben bietet Photoshop die Option Exakt an -- und
erzeugt eine Palette, die ausschließlich verwendete Farben
enthält. Beim Speichern wird dann diese verkleinerte Palette und
damit auch eine kleinere Datei gespeichert.
Die Web-Palette garantiert zwar die gleiche Darstellung auf
fast allen Systemen, ist aber für fotografische Motive nicht gut
geeignet. Kommt JPEG ebenfalls nicht in Frage, so bleibt die
Anwendung einer flexiblen Palette. Dabei wird von
Photoshop eine Palette zusammengestellt, die der Farbverteilung
im Bild am ehesten entspricht.
Eine flexible Palette kann oft mit wenigen Farben eine
befriedigende Darstellung erzielen, so daß Dithern bei der
Bilderstellung verzichtbar wird. Allerdings werden solche Bilder
auf Systemen mit 256-Farben-Anzeige häufig gedithert
dargestellt.
Bei genauerer Betrachtung ist in Photoshop flexible Palette
nicht gleich flexible Palette: Bis Version 4 wurden die
Farben vor der Umsetzung vergröbert, so daß in der
resultierenden Palette die Originalfarben nicht mehr auftauchten.
Das ist ein Problem, wenn das Bild homogene Farbflächen aus der
Web-Palette enthält, damit sie nicht gedithert werden.
Mit Version 5 hat Adobe an die geplagten Web-Designer
gedacht und den Algorithmus für die flexible Palette
überarbeitet: Jetzt enthält die Palette auch Farben aus dem
Bild -- wenn sie häufig genug darin vorkommen. Ohne Eingriffe
kommt es deshalb immer noch zu Farbverschiebungen.
Deshalb kann in
Version 5 die flexible Palette in Photoshop gezielt
beeinflußt werden: Sind Bildbereiche mit Auswahlwerkzeug oder
Lasso markiert worden, so werden die darin enthaltenen Farben
möglichst genau umgesetzt.
Die Größe der gewählten Bereiche beeinflußt dabei die
Gewichtung der Farbumsetzung. So können homogene Farbflächen
mit Web-Farben vor Veränderung geschützt werden.
Die folgende Tabelle zeigt die beschriebenen Umsetzungen des
gleichen Bildes (in doppelter Größe). Unerwünschte
Farbabweichungen in den Flächen sind rot hervorgehoben. Im
Anschluß an die Tabelle stehen noch zwei schrittweise
Anleitungen für reduzierte
Web-Palette und optimierte
flexible Palette.
 |
JPEG,
RGB, ohne Komprimierungen |
| Grau oben |
RGB 204/204/204 |
| Grau links |
RGB 153/153/153 |
| Rot vorne |
RGB 255/51/0 |
 |
GIF,
Web-Palette mit Dithering, reduziert |
| Grau oben |
RGB 204/204/204 |
| Grau links |
RGB 153/153/153 |
| Rot vorne |
RGB 255/51/0 |
 |
GIF,
flexible Palette (64 Farben), Photoshop 4 |
| Grau oben |
RGB 206/206/206 |
| Grau links |
RGB 156/156/156 |
| Rot vorne |
RGB 255/49/0 |
 |
GIF,
flexible Palette (64 Farben), Photoshop 5 |
| Grau oben |
RGB 204/204/204 |
| Grau links |
RGB 152/152/152 |
| Rot vorne |
RGB 255/51/0 |
 |
GIF,
flexible Palette (64 Farben), Photoshop 5, optimiert |
| Grau oben |
RGB 204/204/204 |
| Grau links |
RGB 153/153/153 |
| Rot vorne |
RGB 255/51/0 |
GIF-Bilder mit reduzierter Web-Palette erzeugen Sie in
Photoshop 4 und 5 mit folgenden Schritten:
1. Das Bild muß im RGB-Modus vorliegen.
Prüfen Sie das mit Bild > Modus; der
Menüpunkt RGB-Farbe muß ein Häkchen haben.
Falls nicht, gehen Sie einfach auf RGB-Farbe.
2. Das Bild auf die Web-Palette
umsetzen. Dazu Bild > Modus > Indizierte Farben...
wählen.
3. Im Dialog Indizierte Farben
bei Palette: den Eintrag World Wide Web,
bei Dither: je nach Motiv Ohne, Diffusion
oder Muster und bei Color Matching:
(erst bei Photoshop 5) die Option Best
wählen. Den Moduswechsel mit OK bestätigen.
4. Das Bild mit Bild > Modus
> RGB-Farbe wieder nach RGB konvertieren.
5. Erneut Bild > Modus >
Indizierte Farben... wählen. Die von Photoshop
vorgeschlagene Einstellung Exakt mit OK
bestätigen.
6. Das Bild wahlweise mit Datei
> Speichern unter... oder Datei > Export
> GIF98a exportieren... als GIF speichern.
Anmerkung: Dieser Vorgang kann als Action
aufgezeichnet und anschließend auf beliebige Bilder angewendet
werden (beispielsweise im Batch-Betrieb für ein ganzes
Verzeichnis). Leider führt die Anwendung dieser Action bei
Photoshop 4 (unter Windows) zu Palettenfehlern. Mit Photoshop 5 funktioniert es
einwandfrei ...
Ein Bild mit optimierter flexibler Palette erzeugen Sie in
Photoshop 5 mit folgenden Schritten:
1. Das Bild muß im RGB-Modus vorliegen.
Prüfen Sie das mit Bild > Modus; der
Menüpunkt RGB-Farbe muß ein Häkchen haben.
Falls nicht, gehen Sie einfach auf RGB-Farbe.
2. Mit dem Auswahlwerkzeug
oder dem Lasso bei gedrückter Umschalt-Taste
einige Bildbereiche auswählen, deren Farben möglichst exakt
erhalten bleiben sollen. Dabei homogene Flächen mit Farben aus
der Web-Palette berücksichtigen.
3. Bild > Modus >
Indizierte Farben... wählen. Im Dialog Indizierte
Farben für Palette: den Eintrag Flexibel
wählen. Die weiteren Einstellungen, speziell für Farbtiefe,
Farben und Optionen richten sich nach
gewünschter Dateigröße oder Bildqualität. Ist die Option Vorschau
aktiviert, kann die Wirkung direkt im Bild beurteilt
werden. Gehen Sie mit dem Zeiger über das Bild, können Sie
in der Info-Palette Originalfarbwerte und umgesetzte
Werte ablesen.
4. Den Moduswechsel mit OK
bestätigen. Anschließend kann die entstandene Palette mit Bild
> Modus > Farbtabelle... überprüft werden.
5. Das Bild wahlweise mit Datei
> Speichern unter... oder Datei > Export
> GIF98a exportieren... als GIF speichern.
Adobe Tips: Maximizing the Web-Safe Color Palette
(http://www.adobe.com/studio/
tipstechniques/wpdphsf2/main.html)
David Siegel, Creating Killer Web Sites, Design Tips:
Reduce Colors
(http://www.killersites.com/1-design/reduce.html)
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